In der seit 1992 in Betrieb stehenden, mikrobiologischen Bodenbehandlungsanlage im Industriepark Euronova - Arnoldstein werden ölverunreinigte Böden und eingeschränkt sonstig verunreinigte Böden mikrobiologisch behandelt. Es handelt sich dabei um Verunreinigungen durch Mineralölkohlenwasserstoffe, die in Motoröl, Heizöl, Benzin, Dieselöl, Kerosin usw. enthalten sind.
Das Bodenreinigungszentrum Altec Umwelttechnik Arnoldstein ist derzeit Österreichs größte nach dem Abfallwirtschaftsgesetz genehmigte stationäre Anlage zur Sanierung von verunreinigtem Erdreich und repräsentiert den „Biologischen Bausstein“ im neu gegründeten Netzwerk Umwelt – Kärnten. Weiters werden im Werk Arnoldstein Ölschlämme zu Industriebrennstoffen verarbeitet (Pyromulch) oder vererdet (Terraferm) und verschiedene nicht gefährliche Abfälle kompostiert. Der Abbaumechanismus und der verfahrenstechnische Ablauf bei der Vererdung, Brennstoffherstellung und Kompostierung ist annähernd identisch.
Funktionsweise des biologischen Abbaus
Die Regeneration belasteter Böden durch mikrobiellen Abbau beruht auf der Fähigkeit von Bakterien und Pilzen, Schadstoffe als Energie- u. Nährstoffquelle zu nutzen.
Die verunreinigten Böden werden zunächst auf den Gehalt an Schadstoffen und Nährstoffen analysiert. Nach der Bodenvorbereitung werden organische Substrate zur Verbesserung der Bodenstruktur, mineralische Nährstoffe und Spurenelemente zur Versorgung der Bodenmikroorganismen, Bakterien und Pilze sowie Sauerstoff in den Boden eingebracht. Als organische Substrate werden selbst hergestellte Komposte mittleren Reifegrades eingesetzt. Um das Nährstoffverhältnis, den Sauerstoffgehalt, die Temperatur und den Wasserhaushalt immer am Optimum zu halten wird das Erdreich in einem 14 Tagerhythmus mittels Radlader gewendet oder wieder der Aufbereitungsanlage zugeführt. Der Abbau von Kohlenwasserstoff-Verunreinigungen erfolgt oxidativ oder reduktiv zu anorganischen Stoffen. Dieser biologische Abbau wird auch als Mineralisation bezeichnet. Mineralische Abbauprodukte organischer Verunreinigungen sind beispielsweise CO2, H2O, NH3 und HCl.
Verfahrenstechnischer Ablauf
Das angelieferte Material wird zunächst in einer Siebanlage sortiert, die Grobfraktion wird in einem Backenbrecher zerkleinert und anschließend der Miete wieder aufgegeben. Das Feinkorn wird mit Kompost (Substrat) und Nährstoffen vermischt, die Zuteilung erfolgt über Substratbunker mit Förderbändern.
Während des Austrages aus der Aufbereitungsanlage durch ein Förderband erfolgt die Zugabe der Nährstoff- u. Mikrobenlösungen und der Biotensidlösung. Diese Lösungen werden über mehrere Düsen auf das Erdreich aufgespritzt. Das vorbehandelte Erdreich wird anschließend von den Radladern aufgenommen und in Mietenform ca. 4 m hoch aufgeschüttet. Um aerobe Behandlungsverhältnisse im Mietenkörper zu gewährleisten wird das Erdreich mittels Radlader in bestimmten Wenderhythmen umgeschichtet. Sollte sich bei der laufenden Laborkontrolle herausstellen, dass eine Nährstoffzugabe notwendig ist, dann wird das Material ein weiteres Mal der Aufbereitungsanlage zugeführt.
Nach einer Behandlungsdauer von ca. 6 Monaten entspricht die Restkonzentration der Schadstoffe dem natürlicherweise in Böden anzutreffenden Gehalt. Das gereinigte Erd-/Gleisschottermaterial wird nach erfolgter externer Analytik und Ausstufung entsprechend seiner Qualität verwertet.
